Grönland erstreckt sich von 59° 46′ bis 83° 40′ nördlicher Breite und erreicht eine Länge von rund 2.650 Kilometern. Die maximale Breite beträgt etwa 1.200 Kilometer – vom Kap Alexander im Westen bis Nordostrundingen im Osten.
Mit einem Abstand von etwa 710 Kilometern zum Nordpol ist die Nordküste Grönlands die nächstgelegene größere Landmasse zum Pol. Mit einer Fläche von rund 2.175.600 km² ist Grönland die größte Insel der Erde.
Ein Großteil der Insel ist vom mächtigen Grönländischer Eisschild bedeckt, der stellenweise bis zu 3.400 Meter dick ist und im Durchschnitt etwa 2.000 Meter misst. Dieses Eis bewegt sich langsam in Richtung Küsten und bildet dabei gewaltige Gletscher, die riesige Eisberge ins Meer kalben – oft mehrere Kilometer lang.
Ein besonders eindrucksvolles Beispiel ist der Ilulissat-Eisfjord an der Westküste. Er liegt etwa 250 Kilometer nördlich des Polarkreis und ist rund 40 Kilometer lang sowie bis zu 7 Kilometer breit.
Am inneren Ende des Fjords befindet sich der hochaktive Gletscher Sermeq Kujalleq, einer der produktivsten Gletscher der Welt. Mit einer Fließgeschwindigkeit von etwa 20 Metern pro Tag transportiert er jährlich rund 35 Kubikkilometer Eis ins Meer.
Durch diese enorme Aktivität ist der Fjord ständig mit Eis und Eisbergen gefüllt. Besonders im Sommer kommt es zum sogenannten „Kalben“: Gewaltige Eisberge – bis zu 700 Meter groß – brechen von der Gletscherkante ab. Nur etwa 10–12 % ihrer Masse ragen dabei über die Wasseroberfläche hinaus.
Am Fjordausgang liegt eine untermeerische Schwelle, die sogenannte Eisfjord-Bank. Dort bleiben große Eisberge häufig stecken und stauen sich, bis sie durch den nachdrängenden Eisdruck zerbrechen und weiter ins offene Meer treiben. Über die Davisstraße gelangen sie schließlich in südlichere Gewässer.
Einer dieser Eisberge wurde berühmt: 1912 kollidierte die RMS Titanic mit einem Eisberg aus dieser Region und sank.
Letzter Update: Dezember 2025